|
zum Rundgang am 06.11. fanden trotz Regenwetter zahlreiche interessierte Mitbürger zum Treffpunkt am Kulturhaus "Altes Amtsgericht". Auf dem Weg zum neuen Baugebiet demonstrierte Heinz-Georg Sehring sein historisches Wissen um unserer Heimatstadt mit Erläuterungen zur Entstehung und Entwicklung des Viertels.
Nun wird Langen mit dem geplanten Neubaugebiet „Belzborn Ost“ demnächst wieder ein Stück wachsen: Wo sich heute zum Teil noch Feld, Gestrüpp und unasphaltierte Wege finden, soll in den kommenden Jahren ein neues Stadtviertel entstehen. Die administrativen Vorbereitungen zur Bebauung des 8,7 Hektar großen Areals zwischen Darmstädter Straße und Egelsbacher Weg sind nach Jahrzehnte langen Verzögerungen mittlerweile in vollem Gang – Detailfragen stehen allerdings noch zur Debatte. Beim Rundgang schilderte Heinz-Georg Sehring neben den Ansichten der Freien Wähler zur Stadtentwicklung auch deren Vorschläge zur weiteren Entwicklung diese Stadtviertels.
Es ist zu erwarten, daß sich das Viertel schneller entwickeln wird als beispielsweise das Nordend. Vorgesehen sind Reihen-, Einzel- und Doppelhäuser – dafür gibt es eine starke Nachfrage. Fraglich ist aus Sicht der Freien Wähler jedoch, wie gut das Verkehrsnetz die zusätzliche Belastung verkraftet, die über Erschließungsstraßen aus dem neuen Viertel in Richtung Südliche Ringstraße und Darmstädter Straße entstehen könnte. Diese Kreuzung ist schon jetzt ein Nadelöhr und macht der benachbarten Feuerwehr zu schaffen. Aus diesem Grund ist auch vor der Verlegung des Bauhofs an die Stelle der ehemaligen Straßenmeisterei – gegenüber des neuen Baugebiets – zu warnen. Wegen der Verkehrsbelastung und aus Platzgründen solte von diesem Vorhaben abgesehen werden.
Für die Benennung der Straßen im Baugebiet schlagen die Freien Wähler vor, eine Art "Europaviertel" zu gestalten. Die Stichstraßen könnten nach unseren Partnerstädten benannt werden. Damit wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die verstreute und unsystematische Benennung von Plätzen und Anlagen nach den Partnerstädten hätte ein Ende und dem neuen Viertel würde diese Lösung Identität stiften.
Die Fragen der Teilnehmer drehen sich um Bodenbeschaffenheit, Startschuss zur Bebauung und Anordnung der Grundstücke – der eine oder andere Hausbau-Interessent ist mit von der Partie. Aber auch Anwohner wie Rosalinde Lotz interessieren sich für die Planung: „Ich sehe sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, erklärt die seit 15 Jahren in der Egelsbacher Straße wohnende Langenerin: Einerseits kann ich nun in Zukunft endlich meinen Garten einzäunen, was aus rechtlichen Gründen bisher nicht ging, andererseits fürchte ich ein bisschen um die Ruhe und Idylle.“
Mit Anwohnern und potenziellen Bewohnern des „Belzborn Ost“ erreichte die FWG die angepeilten Zielgruppen: „Trotz des Regens sind überraschend viele Leute gekommen, aber garantiert hat er auch etliche abgehalten“, meint Sehring. Die FWG überlegt deshalb, diese Begehung zu wiederholen.
Quelle: Bericht der Langener Zeitung vom 08.11.10 von Cora Werwitzke
|